Sonntag, 21. Dezember 2014

Ente gut alles gut? Nein! Du bist was Du isst!

Du bist was Du isst! Diesen Satz haben wir kürzlich bei dem gemeinsamen Koch Abend im Zuge der Buchpräsentation von "Fleisch" mit Simon Tress und Georg Schweinfurth oft gehört - und er geht mir nicht mehr aus dem Kopf.

Besonders nicht, wenn ich wie diese Woche wieder einmal sehe, wie Tiere bei einem Wiesenhof Zulieferer gequält und misshandelt werden. Sie wurden (laut Filmdokumentation) mit der Mistgabel erschlagen und bei lebendigem Leib aufgespießt.

Bei Wiesenhof selbst sei man schockiert. Wie immer, wenn es solche Dokumentationen gibt. Dort ist man in Sachen Krisen PR geübt.

Doch wie soll das Business funktionieren, wenn eine "frische junge Ente" im Supermarktprospekt gerade mal 5,99€ pro Kilo kostet. Oder beim Discounter sogar nur 3,99€ je Kilo.

5,99€ für ein Kilo  Tier, welches aufwächst und sowohl dem Produzenten, Wiesenhof und dem Supermarkt Gewinn bringen soll?



Für 5,99€ bekomme ich im Supermarkt auch eine Torte.



Ein Lebewesen kostet soviel wie Torte. 

Und so vielen Menschen ist das egal. Denn rund 60% der Enten werden jetzt verkauft. Ein Riesen Geschäft.

Erst gestern auf dem Marktstand haben sich Leute wieder über die "teuren" Enten aufgeregt.
Dabei waren es noch nicht mal Bio-Enten.

In Deutschland geben Menschen zu Weihnachten rund 284 € für Geschenke aus.
Und vielen von Ihnen sind schon 40€ für eine Bio-Ente zu viel, die man sich einmal im Jahr gönnt.

Mein Wunsch für 2015

Ich weiß, dass die meisten Leser hier genau wissen was sie kaufen und sehr genau darauf achten.

Kein Billigfleisch mehr kaufen - nur so kann man diesem üblen Billig-Kreislauf entgegen treten.

Mir geht es auch nicht um den Enten-Produzenten: sondern um die Leute, die ohne Nachzudenken dieses Billig-Fleisch kaufen.

Ich wünsche mir, dass Ihr es 2015 schafft, genau diese Mission weiter zu geben - und vielleicht den einen oder anderen aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis dazu zu bringen, in Zukunft ebenfalls darauf zu achten. Oder einfach mal darüber nachzudenken. Denn das ist ja meist der erste Schritt.

Und ja - das bedeutet, dass mehr vegetarisch gegessen wird. Denn die wenigsten Menschen können sich die gleichen Mengen hochwertiges Fleisch leisten.

Tierfreitag

Mit dem Tierfreitag von Katharina Seiser gibt es eine tolle Aktion - allein im Jahr 2014 wurden dort über 400 Beiträge gesammelt. Respekt!

Alle haben sie gemeinsam, dass es um Beiträge über appetitliche Pflanzen-Rezepte ohne Ersatzprodukte und vorbildliche Tierhaltungsprojekte  geht.

Es gibt jede Menge tolle vegetarische Rezepte - wer hier nicht fündig wird, dem ist nicht zu helfen!

Und was trage ich dazu bei?

Ich habe mir für 2015 vorgenommen alle möglichen Quellen zu recherchieren, wo Ihr im Raum Reutlingen, Metzingen, Tübingen und auf der Schwäbischen Alb gutes Fleisch kaufen könnt.
Das werde ich auf Feinschmeckerle.de sammeln und regelmäßig darüber informieren.

Dazu gibt's dann als Erkennungszeichen auch eine entsprechende Grafik.


Donnerstag, 11. Dezember 2014

Ein Topf Soulfood... mit Huhn, Kohlrabi und Kartoffeln

Je kälter es wird, desto häufiger kommen Eintöpfe auf den Tisch. Letztendlich braucht es nur eine gute, hausgemachte Brühe und Gemüse - schon hat man eine Suppenschale voller Soulfood auf dem Tisch stehen.

Ganz wichtig: macht Eure Brühe selbst. Im Grunde ist es ganz einfach, z.B. nach diesem Rezept eine köstliche Hühnerbrühe zu köcheln.

Ich nehme meist gleich zwei glückliche Suppenhühner und köchle im 10 L Topf Hühnerbrühe auf Vorrat, die ich entweder einkoche oder einfriere.

Glückliche Suppenhühner sind ganz wichtig - achtet darauf, woher Ihr Eure Hühner bezieht. Kauft keine Hühner, die in Massentierhaltung aufgewachsen sind. Spart nicht an der falschen Stelle!

Und kauft ganze Hühner - Ihr könnt alles davon verwenden - hier z.B. für die Brühe die Karkassen und für die Einlage die Brustfilets. Und die Schenkel kommen in den Backofen und werden zum Ofen-Huhn.

Deutschland wird immer mehr zum Land der Filet-Esser - das lässt sich im eigenen Haushalt mit ein bisschen Planung wunderbar vermeiden.

Euch sind Bio Hühner zu teuer? Dann kocht Gemüsebrühe. Damit schmeckt der Eintopf ebenso köstlich - das mache ich selbst oft genug. Auch bei mir kommt nicht jeden Tag ein Bio Huhn in den Topf.

Aber ab und zu gönne ich mir das. Und spätestens bei der üblichen Wintererkältung ist man happy, wenn man nur zum Gefrierschrank traben muss, um sich seine "Suppen Medizin" zu holen.

Kartoffel Eintopf mit Kohlrabi


Die Eintopf Variante mit Kartoffeln, Kohlrabi und Hühnchen liebe ich diesen Winter ganz besonders. Sie ist schnell hergestellt und einfach sehr köstlich. So köstlich, dass sie auf keinen Fall bei der Kartoffel Blogparade von Petra fehlen darf!


Rezept Kartoffel Eintopf mit Kohlrabi und Hühnchen

(2 Personen)

Zutaten:
  • 500 g Kartoffeln (mehlig kochend)
  • 1 Kohlrabi (groß)
  • 1 Schalotte
  • 2 TL Butter
  • 100 ml Sahne
  • 1 Hühnerbrust Filet
  • 500 ml Hühnerbrühe (z.B. nach diesem Rezept
Zubereitung:
  • Schalotte schälen, fein würfeln
  • Kartoffeln schälen und in kleine Stücke schneiden
  • Ebenso die Kohlrabi - alles holzige entfernen, in kleine Stücke schneiden
  • Butter in einem ausreichend großen Topf erhitzen
  • Die Schalotte anschwitzen (mittlere Hitze)
  • Nach 2 -3 Minuten Kartoffeln und Kohlrabi dazu geben
  • Kurz anschwitzen und dann mit der Brühe ablöschen
  • Alles 20 Minuten auf mittlerer Hitze köcheln (mit Deckel) - danach prüfen, ob die Kartoffeln gar sind
  • In der Zwischenzeit das Hähnchenbrustfilet fein würfeln, mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen und auf mittlerer Hitze braten - so dass die Stückchen noch saftig sind
  • Suppe mit Sahne verfeinern
  • Mit Majoran, Salz und Pfeffer würzen
  • Hähnchenstücke und den ausgetretenen Saft kurz in den Eintopf geben und erwärmen...
... und genießen!

Man kann den Eintopf natürlich beinahe grenzenlos abändern... Karotten und Rosenkohl dazu... Huhn weglassen... Würstchen oder Speck dazu... der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! 

Hauptsache die Brühe ist selbst gemacht ;-)

Dienstag, 9. Dezember 2014

Einfach und köstlich: Dinkel Kekse

Albdinkel von der schwäbischen Alb

Seit einiger Zeit bin ich ein Riesefan von Dinkel. Vor allem vom Albdinkel von der schwäbischen Alb. Wenn ich nicht gerade selbst backe, koste ich gerne die damit gebackenen Albdinkel Weckla oder schwäbischen Dinkelkönige vom Becka Beck.

Cookies mit Dinkel

Dinkel Plätzchen

Dieses Jahr habe ich das erste mal mit Dinkel Plätzchen gebacken. Ich wollte einfach mal testen, wie ganz einfache Mürbeteig Kekse mit Dinkelmehl schmecken - und einer Freundin eine Freude machen, die allergisch auf Weizenmehl reagiert. Zwar gibt es hier in der Region immer mehr Dinkel Brote und Brötchen im Angebot. Süßes oder z.B. Dinkel Cookies sind leider eher selten zu bekommen.

Ich habe das Rezept extra ganz simpel gehalten. Lediglich gute Eigelb, Butter, Zucker und Dinkel Mehl braucht es, um einen geschmeidigen Teig zu erhalten. Wer mag gibt noch Vanille oder Zitronenabrieb dazu. Ich bin auch schon von der völlig puristischen Variante sehr begeistert. Die Kekse schmecken köstlich.

Dinkel Cookies - nicht nur für den Weihnachts Plätzchen Teller

Und sind durch die "Abschneide-Technik" im Handumdrehen hergestellt. Das wird ein neuer Klassiker auf dem Plätzchen Teller. Und nicht nur da - die Dinkel Kekse kann man auch das ganze Jahr über essen. Nicht nur zur Weihnachte Plätzchen Zeit. Auch die Variante mit Hagelzucker schmeckt uns ganz ausgezeichnet!


Weihnachts Plätzchen mit Dinkel


Rezept Dinkel Kekse

(2 Bleche)

Zutaten:
  • 250 g Butter
  • 160 g Zucker
  • 2 Eigelb
  • 400 g Dinkelmehl (630)
Zubereitung:
  • Butter mit Zucker und Eigelb schaumig schlagen
  • 400 g Dinkelmehl (630) dazu geben
  • Teig 3 langen Rollen formen (ca. 5 cm dick) und entweder rund lassen oder wie ich mit Hilfe von zwei Teigschabern eckig formen
  • Optional: Rollen in Hagelzucker drücken
  • In Frischhaltefolie packen und mindestens 45 Minuten ruhen lassen
  • Ofen auf 180 Grad vorheizen
  • Scheiben abschneiden (ca. 0,5 cm) und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben
  • Wer mag gibt jetzt noch Hagelzucker auf die Kekse (leicht andrücken) oder lässt sie Natur, um sie zum Beispiel später noch mit Schokolade zu veredeln
  • Kekse ca. 10 Minuten backen - sie sollen noch schön hell sein 

Dinkel Plätzchen Varianten:
  • Vanillezucker oder Zitronenabrieb mit in den Teig geben
  • Gehackte Nüsse und  / oder gehackte Cranberries in den Teig geben
  • Mit Schokoflocken oder etwas Fleur de Sel bestreuen (vor dem Backen)
  • Danach mit Schokolade dekorieren
  • Die Kekskreise etwas schmaler abschneiden und je zwei Scheiben aufeinander legen, nachdem sie mit Marmelade oder Nutella (Samba) gefüllt wurden

Jetzt müsst Ihr sie nur noch genießen! Ihr werdet sehen, sie sind im Handumdrehen weg, und Ihr müsst schon wieder neue Dinkel Cookies backen ;-)

Freitag, 5. Dezember 2014

Thüringer Weihnachtsstollen nach Bäcker Süpke

Liebt Ihr ihn auch, den Original Thüringer Stollen?

Beeindruckt von den Ergebnissen von Frau Gröner und Frau Kaltmamsell war schon letztes Jahr klar: der Thüringer Weihnachts Stollen von Stollenkönig Bäcker Süpke muss unbedingt getestet werden. Da wir schon seit einigen Jahren Stollen selbst backen, waren wir auf das Ergebnis sehr gespannt.



Und wir wurden nicht enttäuscht. Das ist ab sofort unser neues Stollen-Rezept. Er ist saftig, angenehm buttrig, einfach herrlich. Jedes Stück ein Genuss! Und die Zubereitung gar nicht schwer...

Wir haben dieses Mal auch alle Zutaten im Biomarkt besorgt - ich denke auch das hat nochmals zum Gesamtergebnis beigetragen!



Rezepte Christstollen Suepke

Rezept Thüringer Weihnachtsstollen (2 große Stollen)

Am Vorabend:

  • 700 gr Sultaninen waschen und abtropfen lassen, mit
  • 60 ml Rum vermischen und abgedeckt über Nacht einweichen
  • 570 gr Butter rausstellen, so dass sie Zimmertemperatur bekommt

Teig:

  • 1150 gr Weizenmehl 405 in eine große Schüssel geben
  • Eine Mulde formen und
  • 85 gr frische Hefe hinein bröseln
  • 350 ml kalte Milch darüber gießen. 
  • Mit dem umliegenden Mehl einen weichen Teig anrühren (geht am besten mit den Fingern)
  • 30 bis 40 Minuten gehen lassen

  • 100 gr Zitronat und
  • 100 gr Orangeat sehr fein hacken - ich habe das im Blitzhacker gemacht 
  • 170 g Zucker mit
  • einer ordentlichen Prise Salz und 
  • dem Mark einer Vanilleschote
  • und der geriebenen Schale einer Bio-Zitrone, sowie
  • 1 Teel. Kardamom
  • 1/2 Teel. Macisblüte
  • 1/2 Teel. Zimt
  • 1 Prise Nelkenpulver vermischen (oder alternativ Stollengewürz dazu geben...)

  • Das Hefestück mit den Gewürzen, Zucker, Salz und Butter mit Knethaken zu einem glattem Teig verkneten - geht allerdings nicht mit der Kitchenaid. Ist einfach zu viel Teig. Wir haben das ganze von Hand gemacht!
  • 40 Minuten abgedeckt gehen lassen
  • Den Backofen auf 200 Grad (Umluft) vorheizen
  • 135 gr Mandeln gehackt gemahlen
  • Sultaninen
  • Orangeat und
  • Zitronat schonend unterkneten, nur bis alles gut verteilt ist - haben wir auch mit den Händen gemacht
  • 5 Minuten ruhen lassen.

Stollen formen:


  • Den Teig halbieren
  • Jeweils ausrollen und zum Stollen falten (ovales Teilstück - rechtes Teil nach innen umklappen - sollte etwas höher sein)
  • Nebeneinander auf ein mit Backpapier bestücktes Backblech legen
  • mit Wasser bepinseln und sofort in den Ofen schieben
  • Temperatur auf 180 Grad runterdrehen
  • 55 min backen - immer wieder beobachten, damit der Stollen nicht zu dunkel wird, notfalls mit Alufolie abdecken

Buttern und zuckern:

  • Anschließend mit 100 gr flüssiger Butter bepinseln und großzügig (= dick) mit Zucker bestreuen
  • Auf dem Blech kalt werden lassen
  • Erst wenn der Stollen ganz kalt ist, mit Puderzucker (eine Prise Speisestärke untergemischt) dick bestäuben und in mehrere Schichten Alufolie einpacken
  • Mindestens eine Woche lagern (wir lagerten ihn sogar 2 Wochen)

Quellen:


Und wem die Sache mit dem Stollen backen zu stressig ist - der Stollenkönig Bäcker Süpke verkauft diese natürlich auch! ;-)